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Zum letzten Mal!


Dieser Gedanke begleitete mich seit zwei Wochen verstärkt. Zum letzten Mal die Dose öffnen, zum letzten Mal meinen Kopf in sein Fell drücken und ihn schnuppern, zum letzten Mal er auf meinem Schoß. So viele kleine zum letzten Mal Schritte.


Der Termin stand fest.

Krank war er schon länger. Einen irreparablen Tumor trug er mit sich herum. Dünner wurde er zusehends und dicker der Bauch.


Wann?

Gibt es ihn, den Perfekten Moment ihn gehen zu lassen? Soviel Verantwortung, so viele Fragen. Habe ich denn das Recht dazu?


Zum letzten Mal die Fahrt zum Tierarzt. Zum letzten Mal ein Atemzug und dann Stille. Schnell ist er gegangen, zu schnell, ich kam gar nicht mit. Der kleinen Körper mit Blumen der Erde übergeben. Sanft vorsichtig, respektvoll, ein Ritual.


Abschied!

Und ich dachte ich wäre vorbereitet. Ich wusste ja, dass es so kommen wird. Ich dachte, ich hätte alles erledigt. Ich dachte, es wäre ok.


Alles erledigt?

Da einzige was wirklich erledigt ist, bin ich. Mein Herz weint und weint, Gedanken wie… hätte ich nur, dann… Ich will nur die Zeit zurückdrehen. Ihn wieder bei mir haben. Sein Schnurren hören, ihn auf dem Schoß spüren. Ein letztes Mal. Und mich dann, wenn alles erledigt ist, dann darf er gehen.


Alles erledigt?

Nein! Nie! Eine Illusion, eine Lüge! Es wird niemals alles erledigt sein. Und es fühlt sich so falsch an, dass er weg ist. Es könnte sich nicht falscher anfühlen. Un doch ...


Und doch, es ist gut.

Es ist so gut, dass ich trauern kann, dass es sich so falsch anfühlt, dass es zu still ist im Haus. Es ist gut, es darf alles da sein. Traurigkeit, Zweifel, Fragen, manchmal ein wenig Wut, auf mich und das Leben, viel, sehr viel Herzweh. Ich nenne auch das Leben! Es ist!


Nein, wirklich nicht schön!

Und doch … Leben. Er hat seines mit mir geteilt, mich begleitet, war in einer sehr schweren Zeit da. An meiner Seite. Hat seine Themen mitgebracht, Händen hat er am Anfang nicht getraut, sie bekämpft. Später durfte ich ihn kraulen. Viel haben wir geschafft. Gemeinsam- geduldig. Er war ein wundervoller Kumpel. Sein „Auftrag“ war erfüllt.


Flieg frei kleine Seele! Ich vermisse dich!

 











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